In Spanien hat TECNALIA eine elektrische Drohne zur Bekämpfung von Waldbränden entwickelt
Entdecken Sie neue Technologien, künstliche Intelligenz, Drohnen, Mobilität, Elektronik, Navigation und digitale Innovationen

Das spanische Technologiezentrum TECNALIA hat die Entwicklung einer großen elektrischen Drohne vorgestellt, die zur Bekämpfung von Wald- und Naturbränden eingesetzt werden soll. Das Fluggerät wird im Rahmen des Projekts EXTINCIA entwickelt, das auf den Einsatz von Drohnen und künstlicher Intelligenz zur schnelleren Erkennung und Bekämpfung von Bränden setzt.
Das wichtigste Merkmal des neuen Systems ist seine hohe Nutzlast. Die Drohne kann bis zu 600 kg Wasser transportieren und abwerfen. Das Wasser kann dabei sowohl senkrecht nach unten als auch horizontal abgegeben werden, wodurch sich die Einsatzmöglichkeiten der Drohne in der Nähe von Gebäuden, Siedlungen und anderer Infrastruktur erweitern sollen.
Die Drohne ist für den Einsatz in unmittelbarer Nähe des Brandherdes ausgelegt
Im Gegensatz zu kleinen Drohnen, die normalerweise zur Beobachtung und Lokalisierung von Brandherden eingesetzt werden, wird EXTINCIA als Plattform zur direkten Brandbekämpfung entwickelt.
TECNALIA hat für das Projekt das unbemannte Fluggerät selbst, die Flugsteuerungssysteme und weitere unterstützende Systeme entwickelt. Außerdem wurde ein vollwertiger Funktionsprototyp gebaut, an dem im Labor Tests mit echtem Feuer durchgeführt wurden.
Das System sieht den Einsatz spezieller Ausrüstung zur Wasserabgabe vor, darunter ein Löschmonitor bzw. Wasserwerfer. Dadurch wollen die Entwickler das Fluggerät nicht nur zum Abwerfen von Wasser aus der Luft einsetzen, sondern auch eine gezieltere Bekämpfung des Brandherdes ermöglichen.

Künstliche Intelligenz soll bei der Brandbekämpfung helfen
EXTINCIA sieht den Einsatz künstlicher Intelligenz und bordeigener Rechenleistung vor, um Entscheidungen in Echtzeit zu treffen.
Das Ziel des Projekts besteht nicht nur darin, Wasser zum Brandherd zu transportieren. Die Drohnen sollen dabei helfen, schneller auf entstehende Brände zu reagieren und deren Ausbreitung zu verhindern. Unter anderem sieht das Projekt Systeme zur Schaffung von Brandschneisen vor.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die sichere Zusammenarbeit der Drohnen mit der bemannten Luftfahrt. Dafür umfasst EXTINCIA ein Luftverkehrsmanagementsystem, das während der Brandbekämpfung eine sichere Interaktion zwischen bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen gewährleisten soll.

Wer das Projekt entwickelt hat
Das EXTINCIA-Projekt wird vom spanischen Unternehmen CLUE Technologies geleitet. Neben TECNALIA sind Aeromedia, Bastan, Drone Hopper, Helion und Telespazio beteiligt. Technologische Unterstützung leisten CATEC und ITG, während das Projekt von der spanischen Agentur CDTI finanziert wird.
Vorerst handelt es sich nicht um eine serienreife Löschdrohne
Wichtig ist, dass EXTINCIA derzeit als Technologieprojekt und Entwicklungsprogramm betrachtet werden sollte und nicht als serienreife Drohne, die bereits bei europäischen Feuerwehren im Einsatz ist.
TECNALIA berichtet über die Entwicklung und Erprobung eines vollwertigen Prototyps, einschließlich Tests mit echtem Feuer. In der Pressemitteilung wird jedoch weder der Beginn einer Serienproduktion noch ein flächendeckender Einsatz des Fluggeräts durch Feuerwehren angekündigt.
Sollte die Technologie in die praktische Anwendung übergehen, könnten solche Drohnen insbesondere in den frühen Phasen von Waldbränden hilfreich sein. In dieser Phase muss häufig schnell eine große Menge Wasser zum Brandherd gebracht werden, ohne die Besatzungen von Löschflugzeugen oder Hubschraubern zusätzlichen Risiken auszusetzen.
Entwickler: TECNALIA und Partner
Land: Spanien 🇪🇸
Nutzlast: bis zu 600 kg Wasser
Einsatzgebiet: Bekämpfung von Wald- und Naturbränden
Status: vollwertiger, erprobter Prototyp
Datum der Pressemitteilung: 20. Juli 2026
Quelle: tecnalia.com