Das amerikanische Unternehmen Dusty Robotics hat die zweite Generation seines Roboters für die automatisierte Bauvermessung und -markierung vorgestellt — den FieldPrinter 2 (FP2). Die öffentliche Vorstellung erfolgte am 23. Januar 2024. Das Veröffentlichungsdatum wird von TechCrunch bestätigt, und Dusty Robotics selbst führt den FieldPrinter 2 als aktuelles Modell seiner FieldPrint-Plattform.


Die Grundidee des FP2 ist einfach: Anstatt Baupläne und das BIM-Modell manuell auf die Betonplatte zu übertragen, erhält der Roboter digitale Daten und druckt die Bauvermarkung selbstständig direkt auf den Boden — im Maßstab 1:1.


Wie der FieldPrinter 2 funktioniert


Der FP2 ist eine autonome mobile Plattform, die sich auf der Baustelle bewegt und Linien, Punkte, Text sowie weitere Elemente des digitalen Modells auf die Oberfläche aufbringt.


Zur Positionsbestimmung arbeitet der Roboter mit einem Lasertracker zusammen, während die Steuerung und Auftragskonfiguration über die Dusty-App auf einem iPad erfolgen. So gelangt das digitale Modell direkt aus der VDC-/BIM-Umgebung bis zur physischen Markierung auf der Baustelle.


Der Roboter kann Folgendes drucken:
- Linien für Wände und Trennwände;
- Punkte und Kontrollmarkierungen;
- Text;
- Bögen;
- QR-Codes;
- SVG-Grafiken.

Der Druck erfolgt im Maßstab 1:1 mit einer angegebenen Genauigkeit von 1/16 Zoll, also rund 1,6 mm. Die Druckauflösung liegt bei 308 DPI.


Was sich im Vergleich zum ersten FieldPrinter geändert hat

Die zweite Generation ist kompakter geworden und besser für den Einsatz unter realen Baustellenbedingungen ausgelegt. Laut TechCrunch kann die neue Maschine näher an den Rändern drucken und nutzt einen Shadow-Printing-Modus, mit dem sich Markierungen auch hinter Stützen und anderen Hindernissen anbringen lassen.


Die Abmessungen des Roboters selbst betragen etwa 333 × 254 × 211 mm, das Gewicht inklusive Akku liegt bei rund 10,4 kg.


Ist das wirklich KI?


An dieser Stelle lohnt sich eine wichtige Klarstellung. Der FieldPrinter 2 ist kein generativer KI-Roboter, der selbstständig ein Gebäude entwirft oder architektonische Entscheidungen trifft.


Seine intelligente Komponente liegt vor allem in der autonomen Navigation, der Positionsbestimmung, der Verarbeitung des digitalen Modells sowie der Anpassung der Arbeit an die Gegebenheiten der Baustelle. Die eigentliche Datenquelle ist ein zuvor aufbereitetes und abgestimmtes digitales Modell.


Ergänzt am 23.08.2026. Im Jahr 2026 erhält das System weiterhin Software-Updates. So brachte das Update im April etwa eine Beta-Funktion zum Drucken von SVG-Grafiken, eine neue Methode zur Festlegung von Kontrollpunkten an Ecken, Verbesserungen bei der Arbeit auf Gefällen sowie zusätzliche Sicherheitsfunktionen in der Nähe von Plattenrändern und Treppenöffnungen.


Im Juli 2026 veröffentlichte Dusty zudem ein Update mit verbesserter Kantenerkennung, Messung der Bodenhöhen, zuverlässigerer Positionsbestimmung und zusätzlichen Schutzmechanismen.



Warum das für das digitale Bauen wichtig ist


Der FieldPrinter 2 ist vor allem als Bindeglied zwischen BIM und der physischen Baustelle interessant.

Der herkömmliche Prozess erfordert, dass Arbeiter die Koordinaten manuell von den Plänen auf die Betonplatte übertragen. Der FP2 automatisiert diesen Vorgang: Das digitale Modell wird direkt zur physischen Markierung.


Damit hilft der Roboter, den Anteil manueller Arbeit zu verringern und das Fehlerrisiko beim Übertragen von Planungsdaten auf die Baustelle zu senken. Dusty kombiniert den FP2 mit eigener Software, Plugins für Planungssysteme und der cloudbasierten FieldPrint-Plattform.


Veröffentlichung und aktueller Status

Der Dusty Robotics FieldPrinter 2 wurde am 23. Januar 2024 vorgestellt. Im Oktober 2024 gab das Unternehmen die General Availability der FieldPrint-Plattform bekannt, einschließlich des FieldPrinter 2 — also den Übergang des Produkts zur breiten kommerziellen Verfügbarkeit.


Fazit

Der Dusty Robotics FieldPrinter 2 ist eines der anschaulichsten Beispiele dafür, wie das digitale Bauen vom BIM-Modell zu einem automatisierten physischen Prozess übergeht.


Es handelt sich nicht um einen „Bauroboter“ im herkömmlichen Sinne: Er errichtet keine Wände und montiert keine Konstruktionen. Seine Aufgabe ist wesentlich präziser — er überträgt das digitale Baumodell automatisch und mit hoher Genauigkeit direkt auf die Baustelle.


Gerade deshalb ist der FP2 für große Bauunternehmen interessant: Er schließt eine der zentralen Lücken des digitalen Bauens — den Übergang vom digitalen Projekt zur physischen Markierung.

Quellen: Dusty Robotics