Das Unternehmen Civ Robotics entwickelt eine Familie autonomer Roboter für die Bau- und Vermessungsmarkierung. Eines der zentralen Modelle der Reihe ist der CivDot+ — eine Roboterplattform, die für die automatische Markierung von Koordinaten auf großen Baustellen entwickelt wurde, darunter Solarkraftwerke sowie Infrastruktur- und Industrieanlagen.


Die letzte vom Hersteller bestätigte Aktualisierung zur aktuellen Version des CivDot+ wurde am 24. Juli 2025 veröffentlicht. Im Jahr 2026 bleibt das Modell weiterhin aktuell, und Civ Robotics erweitert kontinuierlich die Softwarefunktionen seines Ökosystems.


Was der CivDot+ kann

Der CivDot+ ist ein kompakter, vierrädriger autonomer Roboter, der sich selbstständig zwischen vorgegebenen Koordinaten bewegt und die Markierung durchführt.


Grundlage des Systems ist eine GNSS/RTK-Positionsbestimmung mit Unterstützung für Korrektursignale. Der Roboter kann mit verschiedenen GNSS-Empfängern und Basisstationen zusammenarbeiten, darunter Lösungen von Trimble, Topcon und Leica.


Der Hauptunterschied zwischen dem CivDot+ und dem Standard-CivDot ist die höhere Genauigkeit. Der Hersteller gibt eine Genauigkeit von bis zu 8 mm an, was das Modell für Aufgaben geeignet macht, bei denen eine strengere Toleranz erforderlich ist — etwa bei der Markierung von Pfahlpunkten, beim Bohren und beim Setzen von Schraubfundamenten.


Bis zu 1.200 Punkte pro Tag

Civ Robotics gibt an, dass der CivDot+ bis zu 1.200 hochpräzise Punkte pro Tag setzen kann, also rund drei Punkte pro Minute. Zum Vergleich: Der schnellere CivDot ist auf größere Mengen weniger präziser Markierungen ausgelegt — bis zu 3.000 Punkte pro Tag.


Der Hersteller unterscheidet also zwischen zwei Hauptaufgaben:
CivDot — maximale Geschwindigkeit und eine hohe Anzahl an Punkten.
CivDot+ — höhere Genauigkeit für anspruchsvolle Arbeiten.


Der Roboter arbeitet eigenständig

Nach der Vorbereitung des Auftrags lädt der Bediener die Koordinaten hoch und legt die Route über die Softwareplattform CivPlan fest. Anschließend bewegt sich der CivDot+ selbstständig zwischen den vorgegebenen Punkten.


Für die Steuerung des Roboters wird ein Bediener benötigt, der jedoch nicht mehr manuell mit Vermessungsgeräten von Punkt zu Punkt laufen muss. Civ Robotics betont, dass ein einzelner Bediener die Arbeit des Roboters überwachen und sich gleichzeitig um andere Aufgaben auf der Baustelle kümmern kann.


Für die Solarenergie

Einer der Haupteinsatzbereiche des CivDot+ ist der Bau großer Solarkraftwerke.


Der Roboter wird zur Markierung der Positionen von Pfählen und anderen Elementen künftiger Solarparks eingesetzt. Civ Robotics berichtet über den Einsatz der Technologie durch große Bauunternehmen. In einem der von dem Unternehmen veröffentlichten Beispiele setzte die Keeley Construction Group den CivDot+ bereits auf acht Solarparks ein und markierte damit mehr als 500.000 Pfähle.



Überarbeitete Konstruktion

Im Zuge der Weiterentwicklung des CivDot+ hat das Unternehmen auch die Hardware überarbeitet. Civ Robotics berichtete über den Wechsel zu einem neuen All-in-One-Arm, der die bisherigen 3D-gedruckten Bauteile ersetzt. Laut Hersteller erhöht die neue Konstruktion die Stabilität und Zuverlässigkeit des Roboters, während sich der Einbau und die Ausrichtung der IMU vereinfacht haben.


Dabei handelt es sich nicht um ein eigenständiges Modell der nächsten Generation, sondern um eine Hardware-Verbesserung der bestehenden Plattform.


Einsatz auf anspruchsvollem Gelände

Der CivDot+ wurde für den Einsatz im Freien entwickelt und verfügt über ein 4WD-Fahrgestell, eine Bodenfreiheit von etwa 10 Zoll sowie breite Reifen. Das Unternehmen positioniert den Roboter als Gerät, das in Schlamm, Schnee und auf unebenem Gelände eingesetzt werden kann.


Für Bau- und Energieanlagen ist das besonders wichtig: Große Solarflächen liegen häufig abseits ausgebauter Straßen und haben schwierigen Untergrund.



Handelt es sich um einen Roboter mit künstlicher Intelligenz?

Civ Robotics positioniert seine Lösungen vor allem als autonome Robotik und nicht als generative KI.


Der CivDot+ plant und führt die Route zu den vorgegebenen Koordinaten selbstständig aus und nutzt dabei GNSS/RTK, IMU und Softwaresteuerung. Deshalb ist es korrekter, von autonomer Navigation und robotergestützter Vermessung zu sprechen als von generativer künstlicher Intelligenz.


Gleichzeitig entwickelt sich das Unternehmen in Richtung einer umfassenderen Autonomisierung: Im aktuellen Ökosystem von Civ Robotics sind CivNav sowie weitere Tools hinzugekommen, die Markierung, Navigation und maschinelle Steuerung miteinander verbinden.


Ergänzt am 23.08.2026.

Was sich bis 2026 geändert hat

Im Jahr 2026 verkauft und entwickelt Civ Robotics weiterhin den CivDot+ sowie den kompakteren CivDot Mini. Das Unternehmen treibt aktiv Lösungen zur Automatisierung des Baus von Solarkraftwerken und anderen großen Infrastrukturprojekten voran.


Einen eigenständigen offiziellen Release „CivDot+ 2026“ mit einem neuen Erscheinungsdatum konnte ich dabei nicht finden. Es wäre daher nicht korrekt, etwa von „CivDot+ 2026 — neues Modell“ zu sprechen.


Fazit

Der CivDot+ ist eines der interessantesten Beispiele autonomer Robotik für das digitale Bauen. Der Roboter überträgt Koordinaten aus dem digitalen Projekt direkt auf die physische Baustelle, indem er sich selbstständig zwischen den Punkten bewegt und die Markierung ausführt.


Die angegebene Genauigkeit von bis zu 8 mm, die autonome Navigation, die RTK-Positionsbestimmung und die Fähigkeit, auf anspruchsvollem Gelände zu arbeiten, machen ihn besonders geeignet für den großflächigen Bau von Solarkraftwerken.


Wichtig: Stand 2026 bleibt der CivDot+ ein aktuelles Modell, ein offizielles Erscheinungsdatum für eine neue Hardware-Version des CivDot+ im Jahr 2026 hat Civ Robotics jedoch nicht veröffentlicht.

Quelle: Civ Robotics